Persönliches

Ein paar Fotos, eine kurze Bio, ein Radiospot und ein Film

Geschrieben habe ich seit ich ungefähr 14 bin. Geschichten. Und Songtexte. Hab ja auch mal Musik gemacht. Mein Comingout als „Schriftsteller“ hatte ich wohl Mitte der 1980er, als ich während eines Ferienjobs nachts auf einen Messestand in Hannover aufpassen musste. Ich hatte nix zu tun, es war ein bisschen gruselig in den leeren und dunklen Hallen. Aber ich hatte meine Schreibmaschine dabei. Mensch, damals hatte man noch Schreibmaschinen!

Und da saß ich also und schrieb mir meinen Herzschmerz von der Seele. Meine unglückliche Liebesgeschichte mit einer hübschen, aber sehr braven jungen Italienerin aus Piacenza…

Da erlebte ich zum ersten Mal den „Flow“, den Schreiben auslösen kann. Das Versenken in das innere Ich. Das ganz bei sich sein. Das geht eigentlich nur mit Schreiben. Oder beim Singen in einer Band.

Meine erste Geschichte hatte ich aber schon früher veröffentlicht. Das war Anfang der 1980er in Nürnberg in einer kleinen Literaturzeitschrift. Über einen Junkie in einer Bahnhofstoilette. Es war tatsächlich meine allererste Geschichte. Und gleich veröffentlicht! In vielem bin ich ja eher ein Spätzünder, ich möchte jetzt nicht auf Details eingehen, aber manchmal geht es auch ganz schnell.

Das passierte mir wieder 2006, als mein Debütroman „Tödliche Delicatessen“ gleich für den Glauser Preis nominiert wurde. Ich habe ihn dann zwar nicht bekommen, aber die Ehre überhaupt nominiert worden zu sein, war schon groß. Das war auch gleich mein Eintrittsticket in die Wiener Krimiszene, in der ich mich dann ein paar Jahre tummelte. So sind auch bis in die 2010er Jahre meine vielen Beiträge in diversen Sammelbänden entstanden – und sehr viele Lesungen.

An eine Lesung kann ich mich noch gut erinnern. Es war in einem Wiener Buchladen, da finden die ja meistens statt, und ich las glaube ich aus dem Essayband „Gekommen, um zu bleiben“. Woran ich mich erinnere, war meine etwas missglückte, aber ambitionierte Selbst-Inszenierung. Ich ließ zu Beginn über einen Ghettoblaster den Song „Golden Age“ der schwedischen Rockband Union Carbide Production laufen. Im Refrain heißt es: „They didn’t give you much space / They didn’t give you much time / in the golden age“. Dazu räumte ich minutenlang die Bücherregale im Laden leer. Ich weiß nicht, ob jemand den Witz verstanden hat. Das Ergebnis war jedenfalls, dass ich in den ersten Minuten der Lesung so außer Atem war, dass ich kaum einen vernünftigen Satz herausbrachte.

Großartig war auch, als 2014 der Verleger von Hoffmann & Campe extra von Hamburg nach Wien kam, um mit Berndt und mir über das „Praterglück“ zu sprechen, das er unbedingt verlegen wollte. Wir sind danach noch zu einem Nick Cave Konzert ins Gasometer gegangen. Wir waren so enthusiasmiert, dass wir nicht viel vom Konzert mitbekommen haben. Sorry, Nick.

Legendär auch die Marathonlesung von Berndt und mir, als wir in einer leerstehenden Galerie nonstop aus dem noch unfertigen Manuskript vom „Praterglück“ vorgelesen haben. Die Verabredung war, wir lesen so lange, bis keiner mehr da ist. Nach und nach sind alle gegangen, bis auf meine damalige Nachbarin. Die blieb stundenlang bis zum letzten Satz und bließ uns danach den Marsch.

Große Erfolge inklusive Kochshows auf Messen und in Kochstudios feierte ich gemeinsam mit Thomas A. Vilgis, dem Professor für Polymerchemie oder so ähnlich, rund um unsere Aroma-Bücher. Nicht nur, dass bisher jedes der drei Bücher Preise abräumte, das erste sogar die selten vergebene „Goldene Feder“ der Gastronomischen Akademie Deutschland. Sie verkaufen sich auch gut! Und wir hatten viel Spaß beim gemeinsamen Showkochen.

Momentan werkeln wir am vierten, es geht über Bier und Aroma. Eine Mammutaufgabe! Mein Kühlschrank ist seit Monaten stets gut gefüllt, man muss sich ja durchtesten durch all die Porter, IPA und Barley Wine. Wir haben auch schon Ideen für weitere Aroma-Bücher, der Stoff geht nie aus, nur die Zeit.

Heuer möchte ich mich in das Abenteuer Podcast stürzen. Ich lerne schon fleißig Theorie und Praxis. Es soll um Vinyl und Kochen gehen. Mittlerweile gibt es schon reichlich Folgen von Vinyl & Cooking.

Ab Sommer, wenn es der Virus zulässt, werde ich gemeinsam mit Hotelberatern und Hoteliers durch Europa reisen, um den neusten Schrei der Hotellerie zu erkunden und kommentieren. Wer weiß, vielleicht entsteht auch daraus mal ein Buch.

Seit August bin ich Chefredakteur des Anzeigers im Falter Verlag. Das ist ein Branchenmagazin des Hauptverbands des österreichischen Buchhandels. Ich bin also wieder zur Literatur zurückgekehrt!